Dienstag, 29. Oktober 2013

Der Chihuahua (allgemein) - Wesen und Charakter

Der Chihuahua ist die kleinste Hunderasse der Welt. Trotz seiner geringen Größe sollte er als ein vollwertiger Hund angesehen und behandelt werden.

Chihuahuas sind kleine robuste und selbstbewusste Hunde. Sie gelten als sehr intelligent, gelehrig, achtsam, aktiv, temperamentvoll, neugierig, verschmust, treu, mutig und größenwahnsinnig. Ein Chi ist wesentlich robuster und lange nicht so krankheitsanfällig, als allgemein angenommen wird. Bei guter Haltung können die Zwerge sehr alt werden - sechzehn Jahre und mehr sind keine Seltenheit.



Chihuahuas lieben lange Spaziergänge und werden auch kopfmäßig sehr gern gefordert. Intelligenzspiele und Tricks kann man ihnen sehr schnell beibringen und sie brauchen ständig Abwechslung und neue Aufgaben.
Chi's sind treue Begleiter und schließen sich meist einer Bezugsperson an, selbst wenn sie von verschiedenen Menschen verpflegt werden. Das kann zu Eifersucht führen, der man aber schon im Welpenalter entgegenwirken muss. Sie beschützen ihren Menschen und schrecken in ihrem Größenwahn auch nicht vor großen Hunden zurück. Dafür sind sie sehr treu und verschmust. Sie werden gerne gestreichelt und werfen sich nicht selten voller Freude darüber auf den Rücken und genießen ihre Streicheleinheiten. Auch sind die kleinen Fellzwerge sehr wachsam, aufgrund ihrer großen Ohren. Am liebsten würden sie immer im Mittelpunkt stehen und so mancher Chi lässt lich die tollsten Dinge einfallen, wie z.B. eine verletzte Pfote, die dann aber wie durch Magie schnell wieder verheilt, wenn man sich dem Hund zuwendet :)




Wie seine großen Verwandten braucht auch der Chihuahua eine konsequente Erziehung mit Regeln und Grenzen. Dafür hat man aber später einen tollen Gefährten an seiner Seite.

Der Chihuahua (allgemein) - Rassestandard

Erscheinungsbild und Aussehen

Quelle: http://www.vdh.de/tl_files/media/lexikon/115/chihuahua.pdf
           FCI-Standard Nummer: 218/20.20.2004/D


Allgemeines Erscheinungsbild:

Dieser Hund hat eine kompakte Körperform. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass sein Schädel die Form eines Apfels hat und dass er seine mäßig lange Rute hoch erhoben trägt; entweder ist sie gebogen oder halbkreisförmig gerundet, mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze.


Wichtige Proportionen:

Die Körperlänge ist etwas größer als die Widerristhöhe; gewünscht wird jedoch ein fast quadratischer Körper, speziell bei den Rüden. Bei den Hündinnen ist wegen der Trächtigkeit ein etwas längerer Körper zulässig.


Kopf:
Oberkopf:
Schön gerundeter Apfelkopf. Exemplare ohne Fontanelle sind vorzüglich, obwohl eine kleine Fontanelle zugelassen ist.
Der Stop ist sehr ausgeprägt, tief und breit, da die Stirn über den Ansatz des Fangs gewölbt ist.

Gesichtsschädel:
Der Nasenschwamm ist mäßig kurz und geringfügig aufgeworfen. Jede Farbe ist zulässig.
Der Fang ist kurz, von der Seite gesehen gerade, am Ansatz breit, sich gegen die Spitze hin verjüngend.
Die Lefzen sind trocken und gut anliegend.
Die Wangen sind wenig entwickelt und sehr trocken.
Scherengebiss oder Zangengebiss; Vorbiss und Rückbiss, sowie jede andere Stellungsanomalie der Ober- oder Unterkiefer sind streng zu bestrafen.
Die Augen sind groß und von rundlicher Form, sehr ausdrucksvoll, nicht hervorquellend, vollkommen dunkel gefärbt. Helle Augen sind zulässig aber nicht erwünscht.
Die Ohren sind groß, aufgerichtet, entfaltet und ausführlich geöffnet; breit an ihrem Ansatz, sich gegen die leicht abgerundete Spitze verjüngend. In der Ruhestellung sind sie seitlich in einem Winkel von 45° geneigt.


Hals:
Obere Linie leicht gewölbt, mittellang, bei den Rüden dicker als bei den Hündinnen.
Die Haut ist ohne Wamme. Bei der langhaarigen Varietät ist eine Halskrause mit längerem Haar erwünscht.


Körper:
Kompakt und gut gebaut.
Obere Profillinie ist gerade.
Der Widerrist ist wenig ausgeprägt.
Der Rücken ist kurz und fest.
Die Lenden sind stark muskulös.
Die Kruppe ist breit und stark, fast flach oder leicht geneigt.
Der Brustkorb ist breit und tief, die Rippen gut gewölbt; von vorne gesehen geräumig, aber nicht übertrieben; von der Seite gesehen bis zu den Ellenbogen reichend; nicht fassförmig.


Rute:
Sie ist hoch angesetzt, von mäßiger Länge; am Ansatz breit, sich gegen die Spitze zu allmählich verjüngend, flach aussehend. Die Tragart der Rute ist ein wichtiges charakteristisches Merkmal der Rasse, bei Bewegung befindet sie sich entweder hoch im Bogen erhoben getragen, oder halbkreisförmig gerundet mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze, was dem Körper Ausgewogenheit verleiht, niemals zwischen den Läufen oder unterhalb der Oberlinie aufgerollt.
Die Behaarung ist entsprechend der Haarvarietät dem Haarkleid des übrigen Körpers angepasst. Bei der langhaarigen Varietät bildet das Haar Federn. In der Ruhestellung ist die Rute hängend und bildet einen leichten Haken.


Gliedmaßen:
Vorderhand:
Die Vorderläufe sind gerade und von guter Länge; von vorne gesehen bilden sie mit dem Ellenbogen eine gerade Linie; von der Seite gesehen stehen sie senkrecht.
Die Schultern sind trocken und wenig bemuskelt; die Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm sind angemessen.
Die Ellenbogen sind fest und eng am Körper anliegend, was eine freie Bewegung der Vorderhand gewährt.
Der Vordermittelfuß ist leicht schräg gestellt, kräftig und biegsam.

Hinterhand:
Sie ist gut bemuskelt, mit langen Knochen, senkrecht und zu einer parallel, mit guten Winkelungen am Hüftgelenk, am Knie- und am Sprunggelenk, in Übereinstimmung mit den Winkelungen der Vorderhand.
Der Hintermittelfuß ist kurz, mit gut ausgebildeten Achillessehnen; von hinten betrachtet sind sie gerade und senkrecht gestellt.

Pfoten:
Sie sind sehr klein und oval, mit gut auseinanderstehenden, aber nicht gespreizten Zehen (weder Hasen- noch Katzenpfoten); die Krallen sind besonders gut gewölbt und mäßig lang; die Ballen sind gut entwickelt und sehr elastisch; Afterkrallen müssen entfernt sein, außer in Ländern in denen das kupieren verboten ist.


Gangwerk:
Der Schritt ist lang und elastisch, energisch und aktiv, mit gutem vortritt der Vorderhand und gutem Schub der Hinterhand. Von hinten gesehen sollen sich die Hinterläufe zueinander fast parallel bewegen, so dass die Fußspuren der Hinterpfoten genau in diejenigen der Vorderpfoten zu liegen kommen. Mit zunehmender Geschwindigkeit zeigen die Gliedmaßen die Tendenz, in Richtung der zentralen Schwerpunktlinie zu konvergieren (single track). Dabei bleibt der Bewegungsablauf frei und elastisch, ohne sichtbare Anstrengung, der Kopf erhoben und der Rücken fest.


Haut:
Sie ist glatt und elastisch auf der gesamten Körperoberfläche.


Haarkleid:
In dieser Rasse existieren zwei Haar-Varietäten.

Varietät kurzhaar:
Das Haar ist kurz und am gesamten Körper gut anliegend; wenn Unterwolle vorhanden ist, ist das Haar etwas länger; leichtes Haar an der Kehle und am Bauch ist zulässig; Das Haar ist etwas laänger am Hals und an der Rute, kurz im Gesicht und an den Ohren; Es ist glänzend und seine Beschaffenheit ist weich. Haarlose Hunde werden nicht geduldet.

Varietät langhaar:
Das Haar soll fein und seidig sein, schlicht oder leicht gewellt; eine nicht zu dichte Unterwolle ist erwünscht. Das Haar ist länger und bildet Federn an den Ohren, am Hals, an der Hinterseite der vorderen und hinteren Extremitäten, an den Pfoten und an der Rute. Hunde mit langem und aufgebauschtem Haar am Körper, wie beim Malteser, werden nicht akzeptiert.




Farben:
Alle Farben in allen möglichen Schattierungen und Kombinationen sind zulässig.


Gewicht:
Bei dieser Rasse wird nur das Gewicht in Betracht gezogen, nicht die Größe.
Das Idealgewicht liegt zwischen 1,5 kg und 3 kg. Trotzdem werden Hunde zwischen 500g und 1,5 kg akzeptiert. Exemplare über 3 kg werden ausgeschlossen.


Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

  • Fehlen einzelner Zähne
  • Verdoppelung von Zähnen (Zurückhaltung von Milchzähnen)
  • deformierte Kiefer
  • zugespitzte Ohren
  • kurzer Hals
  • langer Körper
  • aufgezogener Rücken oder Senkrücken (Lordose oder Xyphose)
  • abfallende Kruppe
  • schmale Brust, flacher Rippenkorb
  • schlecht angesetzte, verdrehte oder zu kurze Rute
  • kurze Gliedmaßen 
  • abstehende Ellenbogen
  • zu eng gestellte Hinterläufe



Schwere Fehler:


  • schmaler Schädel
  • Augen klein, eingesunken oder hervorquellend
  • langer Fang
  • Vor- und Rückbiss
  • Luxation der Kniescheibe (Patellaluxation)



Ausschließende Fehler:


  • aggressiv oder ängstlich
  • "Hirschähnlicher Typ" (Hunde mit einer untypischen Struktur oder ein sehr feiner Kopf, langer Hals, schlanker Körper, lange Läufe)
  • Exemplar mit einer sehr offenen Fontanelle
  • Hängeohr oder kurzes Ohr
  • extrem langer Körper
  • fehlen der Rute
  • bei der Varietät Langhaar: Hunde mit sehr langem, feinem und wie beim Malteser aufgebauschtem Haar
  • bei der Varietät Kurzhaar: haarlose Stellen (Alopezien)
  • Gewicht über 3 kg
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.




Stubenreinheit und Welpentoilette

Es soll ja Hundehalter geben, die ihren Welpen innerhalb von drei Tagen stubenrein bekommen. Das kann durchaus sein, wenn man gewisse Voraussetzungen dazu hat.

Jill kommt ursprünglich aus einem Haushalt mit Garten. Sie hat schon früh, im Alter von 8 Wochen, gelernt sich zu melden, indem sie zur Terrassentür lief. Der Vorbesitzer brauchte also nur noch die Tür öffnen und den Hund auf seinen Löseplatz im Garten setzen. Natürlich passiert auch unter diesen einfachen Umständen hin und wieder mal ein kleines Malheur.

Jetzt wohnt Jill aber in einer Wohnung im 2. Obergeschoss. Wenn sie wirklich dringend ihr "business" erledigen muss, kann ich sie nicht einfach vor die Tür setzen. Wichtige Minuten verstreichen alleine dadurch, dass ich mir bei diesem Wetter (Herbst/Winter) erstmal eine Jacke überwerfen, Jill anleinen und den langen Weg durchs Treppenhaus muss, um sie dann endlich auf die Wiese setzen zu können, wo sie sich lösen kann.

Um diese Zeit gut und ergiebig zu nutzen kann eine Welpentoilette sehr von Vorteil sein. Allerdings sollte man den Welpen trotzdem alle zwei Stunden, nach jeder Mahlzeit, wenn er wach wird und nach langen Spielphasen nach draußen auf seinen gewohnten Löseplatz bringen.

Da ein Hundebaby noch so eine kleine Blase hat, läuft nach dem Trinken ziemlich schnell wieder alles unten raus. Es dauert einige Zeit, bis die Blase groß genug ist, um eine größere Menge Wasser aufnehmen zu können und der Welpe seine Schließmuskeln selber kontrollieren kann.
Nach einer Mahlzeit scheidet der Welpe innerhalb der nächsten 30 Minuten sein Futter wieder aus.



Dieses Wissen kann man nutzen und den Hund entsprechend auf seinen Löseplatz bringen. Sollte es doch einmal daneben gehen oder man schafft es einfach nicht so schnell nach draußen, setzt man den kleinen Stinker auf die Welpentoilette. Wenn sich das Hundebaby, so wie Jill, auf der Wiese sofort löst, kann man etwas Laub oder Gras vom Löseplatz dort hineinlegen. Durch den Geruch wird er angeregt und sucht eher diesen Platz auf. Natürlich muss sich der Welpe erst daran gewöhnen, dass er nur dort oder draußen seine "Geschäfte" abwickeln darf. Deshalb muss man den Zeitplan genau einhalten und dabei sehr konsequent sein.

Jill ist nun schon vier Wochen bei mir und es geht trotzdem immer noch etwas daneben. Man darf sich nur nicht entmutigen lassen und es auf keinen Fall persönlich nehmen. Jeder Hund braucht dafür seine Zeit, der eine mehr und der andere weniger.

Samstag, 26. Oktober 2013

Der Welpenlaufstall

In den ersten fünf Tagen sollte Jill sich zunächst nur an das Wohnzimmer gewöhnen. Ich versperrte ihr den Weg durch die Tür mit einem großen Stück Pappe. Dort konnten die Katzen rüber springen und der alte Goofy war so schlau, es an die Seite zu schieben, was natürlich auch bedeutete, dass ich die Tür immer wieder versperren musste.
In dieser Zeit kaufte ich ihr auch einen Welpenlaufstall aus Nylon und ihre eigene Transporttasche. Statt sie an eine Box zu gewöhnen, wollte ich sie an den Laufstall gewöhnen. Deshalb nimmt sie dort auch immer brav ihre Mahlzeiten ein. Ich stellte die Tasche, geöffnet, mit hinein, um sie an ihren eigenen Platz zu gewöhnen.



Wenn wir Verwandte oder Bekannte besuchen würden, hätte sie so immer ihr eigenes Bettchen dabei, so meine Überlegung. Immer wenn ich merkte, dass sie müde wurde, legte ich sie dort hinein, machte den Laufstall zu und ließ sie darin schlafen. Wenn sie wach wurde ließ ich die kleine Quengelbacke nicht sofort raus. Ich wartete ein paar Minuten und in einem ruhigen Moment, in dem sie gerade nicht wimmerte, machte ich die Türen auf. Jedesmal versuchte ich diese Wartezeit etwas zu verlängern. Nur ganz ohne quengeln geht es heute, nach 3 Wochen, immer noch nicht.



Wir arbeiten weiter daran, mit dem Ziel, dass Jill eines Tages wenn sie doch mal ohne uns zu Hause bleiben muss, für einige Stunden in ihrer Höhle ohne zu wimmern bleiben kann.

Jill zieht bei uns ein!

Als ich mit Jill nach Hause kam, setzte ich sie vorm Haus noch einmal auf die Wiese, damit sie ihr "little business" erledigen konnte. Dann trug ich sie hoch in die Wohnung, um ihr unsere anderen Tiere vorzustellen. Dazu hielt ich, Goofy und den beiden Katzen, ihr Hinterteil unter deren Schnauze, damit die Großen sich mit der kleinen Prinzessin bekannt machen konnten. Alle schnupperten die süße Maus intensiv ab und als sie sich etwas entspannten, zeigte ich Jill ihren neuen Platz. Der Fellzwerg erkundete jeden Winkel ihrer neuen Behausung und fing gleich mit dem Katzenspielzeug und den Minikuscheltieren an zu spielen, während Goofy von seinem Platz aus und die Katzen, Smokey und Sady, aus sicherer Entfernung von ihren erhöhten Plätzen alles genau beobachteten.



Dann war es Zeit für die erste Mahlzeit im neuen Heim. Jill schien großen Appetit zu haben, wie sich später herausstellte sollte sich das auch nicht ändern. So schnell hatte ich einen Welpen noch nicht fressen sehen. Ich schaffte es kaum in der Zeit meine Jacke und Schuhe anzuziehen, denn nach der Mahlzeit musste "Little Princess Jill" wieder vor die Tür gebracht werden. Als sie sich draußen löste, belohnte ich sie feierlich.
Wieder in der Wohnung, schlief sie augenblicklich auf meinem Schoß ein. Ich legte sie vorsichtig in ihre Transporttasche, wo sie lange schlummerte.
Nun brauchte ich aber dringend einen Kaffee. Von der ganzen Aufregung war auch ich ziemlich müde geworden, aber ich musste an diesem Tag ja noch ein paar Mal vor die Tür...