Wie alles begann...

Im Jahr 2011 kam mir die Idee, einen Zweithund zu adoptieren. Zwei Jahre später zog "Little Princess Jill" bei uns ein.

Er sollte zu unserer Familie und unseren Lebensumständen passen, denn hier lebten außer mir noch mein jüngerer Sohn (15 Jahre), unser Jack Russel Terrier Goofy (14 Jahre), der Kater Smokey (7 Jahre), die kleine Katze Sady (3 Jahre) und unsere Wellensittiche Irie und Hippie (7 Monate). Auch sollten meine Eltern und mein älterer Sohn (20 Jahre), der schon ausgezogen war, Freude an diesem kleinen wundervollen Wesen haben.

Nach zwei Jahren Recherche im Internet, bei Züchtern und durch Bücher entschied ich mich schließlich für die Rasse Chihuahua. In speziellen Foren und Gruppen tauschte ich mich mit anderen erfahrenen Chihuahua-Haltern aus. Im Sommer 2013 stand dann endgültig für mich fest, dass in naher Zukunft ein kleines Chihuahua-Mädchen bei uns einziehen sollte.
Fellfarbe und -länge sollten keine Rolle spielen, denn ich fand sie alle niedlich, die ich bisher auf Bildern und in Natura gesehen habe. Nur ein Mini sollte es nicht sein.



Am 1. Oktober 2013 entdeckte ich dann endlich und absolut unerwartet die entscheidende Kleinanzeige im Internet. Zu verkaufen waren zwei 8 Wochen alte Chihuahua-Welpen ganz in meiner Nähe. Es handelte sich um ein langhaariges Mädchen und einen kurzhaarigen Jungen, beide lackschwarz. Ich war sofort verliebt, rief gleich die angegebene Telefonnummer an und hatte Glück. Beide Welpen waren noch zu haben. Für den nächsten Tag vereinbarte ich mit der Privat-Züchterin einen Besuchstermin und reservierte mir bis dahin das niedliche kleine Chi-Mädchen.
"Oh my goodness!" Zwei Jahre war ich nun mit dem Gedanken schwanger gegangen und nun sollte es endlich soweit sein. Meine Freude war riesengroß.



Für den kommenden Tag bereitete ich alles vor. Ich hatte quasi alle benötigten Utensilien im Haus. Von den Katzen hatte ich noch zwei Edelstahlnäpfe, Leine und Katzengeschirr, Spielzeug, Decken und eine große faltbare Transporttasche. Im Wohnzimmer richtete ich eine kleine Ecke ein, stellte die Tasche dort auf, in der die kleine Maus die ersten Nächte geschützt vor den Katzen schlafen sollte, und legte Zeitungspapier aus. Mit Futter- und Wassernapf ausgestattet sollte dieses kleine Plätzchen für Geborgenheit sorgen.





Endlich...Mittwoch, 2. Oktober 2013...wir adoptieren Jill!
Bevor ich mit meinen Eltern (die unbedingt dabei sein wollten) losfuhr, war mir schon klar dass, wenn alles mit den Welpen in Ordnung ist, ich auf jeden Fall das winzige Mädchen adoptieren werde. Wir waren alle sehr aufgeregt und konnten es kaum noch erwarten. Vorher fuhren wir aber erst noch Welpenfutter kaufen.
Nach einer fünfzehn minütigen Autofahrt vom Tierfachhandel, kamen wir bei der Züchterin an. Während meine Eltern im Wagen warteten ging ich ins Haus.

Sofort wuselte die kleine Jill (die wir erst Illusion nannten) auf mich zu. Mit ihren gerade mal 8 Wochen war sie noch etwas wackelig auf den Beinchen. Ich hielt ihr die Hand hin und sie begrüßte mich mit einem Küsschen und wedelndem Schwänzchen. Ihr Bruder, der etwas kleiner war, schlief auf einer riesigen Decke. Ich erfuhr, dass die beiden am 6. August 2013 in unsere Welt gepurzelt sind, die Mutter aber nicht viel mit den beiden Fellzwergen anfangen konnte. Deshalb wurden sie zugefüttert und auch schon so früh abgegeben. Ich nahm die kleine Maus auf den Schoß und sah sie mir erst einmal mit prüfendem Blick an. Die Milchzähnchen waren schon alle da, das Zahnfleisch war rosa, ihr Fell war sauber und die Pfötchen mit Krallen sahen auch gut aus. Nur die Äuglein tränten etwas, was ich aber gleich auf den Schlaf bezog. Dann ließ ich sie wieder runter und beobachtete sie. Tatsächlich meldete sie sich schon, als sie "musste", und lief zur Terassentür. Die Züchterin meinte, dass ihr Bruder das noch nicht machen würde. Auch auf dem Arm, auf der Couch oder im Bett würde sie unruhig werden, bevor sie "muss".
Dann gingen wir nach draußen. Mittlerweile war auch der kleine Junge wach geworden und begleitete uns. Beide wurden auf die Wiese gesetzt und erledigten sofort ihre kleinen "Geschäftchen".
Zwei Tage vorher sind sie geimpft worden und eine drei-tägige Wurmkur hatten sie auch schon mit viel Durchfall hinter sich gebracht.

Ich hab mich dann noch lange mit dem Züchterpaar über ihre Erfahrungen und dies und das unterhalten. Die Mutter der beiden Welpen wurde mir noch vorgestellt. Sie sah sehr hübsch aus, langhaarig aber sable-farben und sie wog ca. 3 kg. Mit einem Handtuch, dass ich in meinem Transportkorb hatte, rieb ich noch den kleinen Bruder ab, damit Jill einen bekannten Geruch hatte und nicht so viel Heimweh im neuen Zuhause bekam.
Von der Hobby-Züchterin bekam ich dann bei der Kaufabwicklung den Impfpass, Futter für die nächsten Tage und meine kleine lackschwarze Jill ausgehändigt. Papiere gab es nicht, da die Frau keine anerkannte Züchterin ist.
Ganz stolz, wie eine frisch gebackene Mama eben ist, verließ ich mit Jill das Haus und ging zum Auto meiner Eltern. Die waren schon ganz ungeduldig und in ihren Gesichtern konnte ich sehen, wie sie sich freuten :)



Von der Züchterin fuhren wir zuerst mal zu meinen Eltern nach Hause. Sie wollten natürlich alles wissen und das kleine Mäuschen in Ruhe kennenlernen, bevor es im neuen Zuhause auf seine ganzen Tiergeschwister und meinen Sohn (der leider in der Schule war) treffen würde.

Das war der Anfang einer aufregenden Zeit...